Die Heimat durch andere Augen sehen

Vor einiger Zeit habe ich euch von meiner bisher heimischen Blindheit erzählt. Meine Gedanken zu meiner Heimat kommen auf jeden Fall noch. Zunächst möchte ich euch von einem Erlebnis erzählen, welches mich dazu animiert hat, zumindest einen Ort aus einem ganz anderen Blickwinkel zu betrachten, diesen durch andere Augen zu sehen.

Eigentlich ging es hierbei nur darum, für einen lieben Menschen ein schönes Geburtstagsgeschenk zu finden. Für ältere Menschen ist es für mich es immer schwierig, etwas Geeignetes zu finden, haben sie doch schon alles, was sie wollen (zumindest sagen sie es immer). Zeit zu verschenken, ist da häufig die einzige Möglichkeit und wenn ich ehrlich bin, ist es auch wirklich notwendig, kommt man doch viel zu selten dazu, die lieben Verwandten zu besuchen. So kam es, dass ich der besagten Dame einen Tagesausflug in die Stadt Lübeck geschenkt habe, um mit ihr in dem Niederegger Café einen Kaffee zu trinken. Da ich schon einige Mal in Lübeck war, kannte ich die Innenstadt schon relativ gut und da das Geschenk außerdem von mir aus ging, habe ich nicht damit gerechnet, an diesem Tag etwas Neues zu sehen.

Zu meiner Schande muss ich gestehen, dass mir nicht bewusst war, das die liebe Frau in ihrer Kindheit viel Zeit in Lübeck verbracht hat und deshalb eine Menge zu erzählen wusste.
Es fing schon beim Betreten der Stadt an: Wir parkten ganz woanders, als ich sonst geparkt hatte. Wir gingen Richtung Innenstadt, aber nicht durch das Lübecker Tor, sondern von einer gänzlich anderen Richtung. Wir gingen die Straße hinauf und zu so vielen Orten konnte sie eine Geschichte erzählen, was dieser Ort damals für eine Bedeutung hatte, was sie dort erlebt hatte oder was dort einmal für ein Geschäft war. Es war so schön, ihr zuzuhören, zu sehen, wie sie diesen Ort auf sich wirken ließ und auf einmal hatte die Stadt einen gänzlich anderen Eindruck auf mich.
Zu Mittag haben wir in einem von ihr empfohlenen Restaurant gegessen – da wäre ich im Leben nicht auf die Idee gekommen, rein zu gehen, zumal ich gar nicht in dieser Nähe gekommen wäre. Dabei war das Essen so gut!

Dieser Tag wird mir noch lange im Gedächtnis bleiben als den Tag, an dem ich einen Ort zum ersten Mal bewusst durch die Augen einer anderen Person gesehen habe. Und an dem ich einen total lieben Menschen richtig näher kennengelernt habe.

Deshalb kann ich jedem nur empfehlen: Wenn ihr denkt, ihr habt schon alles gesehen: Dann fahrt mit einer anderen Person an einen Ort, an dem sie sich gut auskennt. Ich bin mir sicher, dass ihr dann ganz unverhofft einen neuen Ort entdecken werdet.

Unsere Chillcouch für den Balkon aus Europaletten

Wenn sich das Licht in Luftmoleküle spiegelt
Wenn sich die warme Luft in unsere Poren saugt
seh‘ ich uns in der Sonne liegen
Wir tanken auf nur mit Licht ins Leben

~ Super Sommer, Luttenberger Klug

…und wo kann man sich besser entspannen als auf dem eigenen Balkon? Nachdem ich drei Sommer lang ohne Balkon ausgekommen bin, weiß ich diese Oase der Entspannung nun umso mehr zu schätzen. Wer denkt, er habe den Zeitpunkt verpasst, seinen Balkon rausgeh-reif zu machen, kann ich nur ermutigen: Einen Tag Arbeit für einen Sommer lang Urlaubsfeeling vor der Tür lohnt sich allemal! Besonders zu meiner Entspannung trägt unsere selbst gebaute Liege bei. Wie ihr ganz einfach eine Liege aus Europaletten bauen könnt, möchte ich nun Schritt für Schritt zeigen.

 1. Balkon ausmessen

Bevor ihr voller Tatendrang schon mal die Paletten kauft, ist es ratsam, zunächst einmal den Balkon auszumessen. Bei uns passt die Breite zweier Paletten perfekt mit der Länge unseres Balkons zusammen. Für die Breite des Balkons mussten wir sie jedoch kürzen. Wie wir das gemacht haben, zeige ich in Schritt drei.

2. Vier Europaletten kaufen

Da wir sowieso einen Shabby-Look haben wollten, haben uns gebrauchte Paletten für je 6,80 Euro vollkommen ausgereicht. Je zwei Paletten übereinander ergeben eine angenehme Höhe, zwei Paletten hintereinander eine ausreichende Länge zum Hinfläzen.

sdr

3. Paletten zurechtschneiden

Zunächst ein Ende abschneiden…

sdr

…dann mit einem Brecheisen die Nägel aus dem überschüssigen Holz ziehen es so abtrennen…

cof

…um dann den Fuß wieder an die Palette zu nageln.

cof

Wie ihr sehen könnt, ist die Palette unten nun kürzer.

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4. Holz abschleifen

Damit ihr euch die Stoffe nicht aufreibt und das Holz die anschließende Lasur besser aufnimmt, haben wir die Paletten von oben abgeschliffen.

5. Paletten lackieren

cof

Um die Paletten vor Wind und Wetter zu schützen – schließlich lassen wir sie den gesamten Sommer über draußen – haben wir die Paletten mit einer Dauerschutzlasur bestrichen. Wir haben uns für die Farbe Kiefer von der Eigenmarke Obi entschieden, weil wir den natürlichen Look beibehalten wollten.

6. Paletten trocknen lassen

cof

Die Lasur musste so 24 Stunden trocknen. Wir haben sie über Nacht draußen stehen lassen und am nächsten Morgen bereits auf den Balkon gestellt. Allerdings sollten die Paletten dann noch einmal einen guten Tag über austrocknen.

cof

7. Bepolstern

Nun konnten wir die Paletten bepolstern – sprich: Wenn wir draußen chillen wollen, schnappen wir uns unsere Gästematratzen und Kissen (bei Jawohl und IKEA gekauft) und machen es uns gemütlich. Für einen romantisch-kuscheligen Effekt haben wir noch einen Lichterschlauch durch die Paletten gezogen. Und siehe da: Eine passgenaue Chillcouch für den Balkon!

mde

#Bloggerliebe oder wie mir Blogs Inspiration schenken

In meinem letzten Artikel habe ich euch bereits von meiner geplanten Reise für das Jahr 2017 erzählt: Mein Freund und ich machen einen Roadtrip durch Deutschland!

Der Juni ist leider noch zwei Monate entfernt. Die Wartezeit verbringe ich damit, mir meinen persönlichen Reiseführer für die Deutschlandtour zusammenzubasteln. Es macht so viel Spaß, sich intensiv mit seiner Reise auseinanderzusetzen und besser kann ich meine Vorfreude auf das, was kommt, gar nicht steigern! Im Folgenden möchte ich euch erzählen, von wo ich meine Anregungen für den Reiseführer erhalte.
Genauso möchte ich mit diesem Artikel einen Beitrag zu der Blogparade #Bloggerliebe leisten, welche Stefanie Leo von lesenlebenlachen.de ins Leben gerufen hat. Hier geht es darum, seinen Bloggerkollegen für deren Arbeit einmal zu danken oder zu erzählen, wie man die Liebe zum Bloggen entdeckt hat.
Beide Fragen, sowohl „Wie planst du deine Deutschlandtour“ als auch „Wie hast du deine Liebe zum Bloggen bzw. zu Bloggern erneut entdeckt?“ werde ich wie folgt beantworten: „Durch Pinterest!“

Hä? Du planst deine Reise nur durch Bilder? Und was hat das bitte mit Bloggern zu tun?, wird vielleicht der ein oder andere nun fragen. Tatsächlich suche und finde ich auf diese Weise gezielt Artikel von Bloggern aus verschiedenen Communitys, die Experten in ihrer Heimat sind oder tolle Erlebnisse in einem Ort hatten.

Lasst es mich anhand eines Beispiels erläutern. Meine Haltestellen auf dem Roadtrip habe ich bereits gesteckt. Mein erster Anlaufpunkt ist Aachen. Aachen soll eine schöne Stadt sein. Aber wie erhalte ich Tipps aus erster Hand, wenn ich niemanden kenne, der schon einmal länger als einen Tag dort verbracht hat (oder wenn ich nicht weiß, dass ich so jemanden kenne^^)? Ich gebe bei Pinterest Aachen ein. Zum einen sehe ich so schon hübsche Bilder, die Lust auf mehr machen. Zum anderen sind viele der Bilder auf Artikel verlinkt, mit Glück sogar von jemanden veröffentlicht, der schon seit Jahren in der gefragten Stadt lebt? So bin ich bei dem Suchwort Aachen auf den Blog www.reisezeilen.de gestoßen. Tipps von Einheimischen, besser geht es doch gar nicht! Und wenn jemand schon etwas aus seiner eigenen Heimat erzählt, hat er oder sie vielleicht auch noch Tipps für weitere Orte aus der Gegend?
Beatrice von reisezeilen.de beschäftigt sich hauptsächlich mit nachhaltigem Reisen. Absolut lesenswert – mit Bezug auf meinen Roadtrip interessierte ich mich in dem Moment am meisten für ihren Artikel über Aachen, besonders weil dieser einiges an Insiderwissen parat hat.

Regelrecht versunken bin ich auf www.lilies-diary.com. Christine selbst scheint schon viel in Deutschland rumgekommen zu sein, viele Gastautoren runden den Blog mit deren zahlreichen Insidertipps ab. Herrlich! Ich liebe es, persönliche Erfahrungen und Tipps von anderen zu lesen, die noch dazu unterhaltsam und kurzweilig geschrieben und mit hübschen Bildern untermauert sind, und diese zu sammeln! So kann ich mir am Ende aus vielen Meinungen die für mich interessantesten Aspekte für mein eigenes, persönliches Reisebooklet heraussuchen.

Diese Art zu planen klingt viel aufwändiger als bloß ein, zwei Reisebücher zu kaufen. Stimmt sicherlich auch. Erstens erscheint mir ein allgemeiner Deutschland-Reiseführer jedoch nicht genau genug – Infos für Orte, zu denen ich nicht will, sind drin, Infos für meine Ziele könnten dafür fehlen. Zweitens macht es einfach so viel Spaß! Meine Vorfreude auf die anstehende Tour steigert sich. UND ich finde durch das Stöbern viele, tolle Blogger und Bloggerinnen, von denen ich mich inspirieren lasse. Das ist für mich wirklich das tollste an Bloggern: Sie bereichern uns mit ihren Erfahrungen, sie inspirieren sich gegenseitig und schenken uns Lesern Anregungen. Ich bin so vielen Bloggern unglaublich dankbar, dass sie ihre Erlebnisse mit uns teilen.

Nächster Halt: Deutschland!

Krokusse blühen, die Vögel erwachen zum neuen Leben und – das bei mir deutlichste Anzeichen für den Frühling – ich bin am Wochenende schon vor acht Uhr hellwach und voller Tatendrang. Ich möchte auch in diesem Jahr so viel Neues erleben: die perfekte Sportart für mich entdecken, mich im Beatboxen und Jodeln probieren (YouTube wird mein bester Freund xD), auf einem Festival campen uuund eine wundervolle Low-Budget-Sommerreise erleben! Mit Low-Budget-Reise meine ich mit dem Auto durch die Gegend fahren und in einem Zelt schlafen. Das ganze will natürlich gut geplant sein, damit aus dem Low Budget nicht am Ende ein High Budget wird, weil wir keinen Schlafplatz gefunden haben.

Deshalb nutze ich nun die gewonnene Zeit, die nicht mit schlafen verbracht wird, mit der Planung des Roadtrips. Die Route haben wir bereits: Da wir noch nicht so viel von Deutschland gesehen haben, war der Raum, in dem mein Freund und ich umherfahren wollen, im Vornherein abgesteckt. Wir wollten uns zunächst nicht von den vorgegebenen zwei bis drei Wochen nicht stressen lassen; so hat zunächst jeder für sich selbst überlegt, was er gerne sehen würde. Also durchstöberte ich meine 101 Places to See-Liste, Pinterest, Online-Magazine und das kleine Buch „Deutschland nimmt frei“ von MERIAN live!, welches ich zufällig im Angebot gekauft habe, und stellte fest: Deutschland hat ja sooo viel zu bieten!

Als mein Freund und ich unsere Routen zusammengetragen haben, sah die Deutschlandkarte dank der aufgemalten Punkte auch sehr rot aus. Schnell wurde klar: Es soll ein Mix werden aus Wandern, Städte-Sightseeing und die Besichtigung kultureller Objekte, und entspannend soll die Reise selbstverständlich auch sein. Sich auf ein Gebiet zu beschränken, kommt bei einem Roadtrip nicht in Frage. Und so ist diese hübsche Route entstanden:

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In Worten: Vom Norden wird zunächst Aachen, unser westlichstes Ziel, angefahren. Wir schauen uns die Stadt an und spazieren ein wenig im Nationalpark Eifel. Dann fahren wir in die Mitte Deutschlands, wobei wir noch einen kurzen Boxenstopp beim Schloss Drachenburg einlegen. Wandern im Spessart, Würzburg, Michelstadt und Heidelberg stehen auf dem Programm. Anschließend fahren wir in den Südwesten nach Freiburg im Breisgau. Darauf freue ich mich momentan am meisten. Wir wollen zu den Triberger Wasserfällen, die im Schwarzwald liegen. Und danach geht es auf die andere Seite, vielleicht über den Bodensee, nach Oberammergau. Schloss Neuschwanstein ist für mich natürlich ein Muss, zum einen wegen der Romantik, vor allem jedoch, weil mich die Familie Wittelsbach sehr fasziniert. Der Partnachklamm sowie Mittenwald haben über Pinterest großes Interesse in mir geweckt! Ich hoffe, sie halten mehr als das Waterfall Castle mir versprochen hat!

Da wir irgendwann wieder in den Norden müssen, fahren wir danach wieder hoch und legen eine Pause in Regensburg ein. Weiterhin besichtigen wir die Feengrotten in Saalfeld.
Nach einem kurzen Boxenstopp zuhause im Norden, fahren wir zum Ende in den Harz, genau genommen nach Goslar und zum Wandern Richtung Brocken. Den blühenden Abschluss macht Dresden auf unserem Roadtrip.

Ich bin ja schon so gespannt! Meine Vorfreude wird durch die weitere Planung noch weiter gesteigert. Wie genau die Planung bei mir abläuft und was für eine Rolle Pinterest schon wieder dabei spielt, werde ich euch in meinem nächsten Beitrag erzählen.

 

Wenn ihr das Gefühl habt, ich habe auf der Karte eine wichtigen Stop vergessen, dann schreibt mir gerne! Ich freue mich über eure Anregungen.

Gesellschaftsdruck und was Instagram damit zu tun hat

Saaaarah, wo bist du?

Hier!

Wo?

Na, hier!!!

Wo genau?

HIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIER!!!!

Puh, gar nicht so einfach, wieder an der Stelle zurückzukehren, wo man war, wenn man erst einmal in den Rachen der Gesellschaft gelangt ist. Dabei war das gar nicht so geplant. Wer meinen letzten Beitrag gelesen hat, der kennt meine Pläne. Ich hatte viele Ideen, die ich mit euch teilen wollte, viel zu sagen und so vieles zu zeigen. Ich benötigte nur eine klitzekleine Pause, um mein Leben umkrempeln zu können: Ein neuer Job, eine neue Wohnung, neue Bekanntschaften, ein bisschen Shopping und schon stand ich mit beiden Beinen mitten im Leben. In den letzten Jahren habe ich meine Stärken und meine Schwächen kennen und schätzen gelernt. Ich wusste, wer ich gewesen war, wer ich war und wer ich noch werden wollte. Ich war glücklich.

Im Grunde ging dieses Gefühl auch nicht ganz flöten. Ich blieb mir treu, aber genau das war das Stressige.
Vielleicht war ich davor zu sehr damit beschäftigt, mein Leben in eine positive Bahn zu lenken, so wie ich es wollte. Bis ich endlich an dem Punkt angelangt war, wo es mir Spaß machte, morgens aufzustehen, auf einmal waren Montage gar nicht mehr so schlimm. Das Leben war ja so schön!

Es war mir in dem Moment gar nicht so bewusst, aber irgendwann schaute ich also aus einem ganz anderen Blickwinkel auf meine Umgebung. Doch was sah ich? Jammernde Menschen, die ihr eigenes Leben seit Monaten oder gar seit Jahren beschissen finden und nichts ändern. Menschen, die nicht verstehen, warum ich glücklich sein kann. Menschen, die es einfach nur doof finden, dass es eine Person gibt, die glücklich ist.

Und dann war da noch die Oberflächlichkeit.

Instagram hat es, ohne, dass ich selbst es nutze, geschafft, mir so richtig die Laune zu verderben. Ich hörte nur noch „Instagram hier“, „Instagram da“, „durch Instagram bin ich ja so fame“, „Nein, mache bloß kein Foto von mir auf einer Familienfeier! Ich hasse solche Bilder! Schieße lieber ein Bild von mir in hautenger Sportkleidung, damit ich noch mehr Follower bekomme und Geld!“
Und dann war und ist jeder zweite im Abnehm- und Fitnesswahn, als ob man sich nur dadurch definieren würde (na ja, Instagram tut es scheinbar). Obwohl ich zuvor nie das Bedürfnis nach Sport verspürt hatte, fühlte ich mich auf einmal dick. Ich weiß, dass sich an meinem Körper nichts geändert hatte und ich persönlich finde Kurven sowieso viel schöner. Als ich mich bei einer Bekannten über ihr Sportangebot erkundigen wollte, hat sie mich einfach auf eine Facebook-Gruppe verwiesen, in der die Leute lediglich vorher-nachher-Bilder von ihren Körpern gepostet haben. Als ob man nur Sport machte, um sich anschließend präsentieren zu können. Boooah, das hat mich auf einmal so gestresst! Anstatt Lust auf Sport zu bekommen, fühlte ich mich einfach nur wie ein Loser. Auf einmal hatte ich Null Lust, in irgendeiner Weise meinen Blog weiterzuführen. Ich redete mir ein, es würde ja sowieso nie jemand lesen. Auf meinen Fehler aus dem Stockholm-Beitrag, in dem ich statt über den Skansen plötzlich von Shinkansen schrieb, hat mich schließlich auch kaum jemand aufmerksam gemacht. Zu dieser oberflächlichen Instagram-Welt passt meine bunte Ideenkiste überhaupt nicht. Auch sonst fragt mich kaum jemand, was bei mir neben der Arbeit abgeht. Solche „belanglosen“ Dinge wie eine neue Beziehung werden von den Leuten über Facebook abgefrühstückt, sodass es dem wohl nichts hinzuzufügen ist.

Was soll das? Es wird immer geschrien, man solle sich selbst treu sein, sein eigenes Ding durchziehen, Persönlichkeit entwickeln. Doch am Ende sind nur die Leute interessant, die bei den Trends ganz oben mit dabei sind. Auf Individualisten wird gar nicht erst eingegangen.

Aber wisst ihr was? Da stehe ich nun drüber, wie ich bereits vor einiger Zeit in einem anderen Beitrag erläutert habe. Ich stehe mitten im Leben, auf beiden Beinen. Ich weiß, wer ich war, wer ich bin und in welche Richtungen es weiter gehen könnte. Ich habe eine Familie, auf die ich mich verlassen kann. Ich habe wundervolle Freundinnen, die mich genauso lieben, wie ich sie liebe ❤️ Bei denen jede wie ein Schmetterling alle seine Facetten in voller Pracht zeigen kann. Und ich habe etwas, was sonst niemand hat ❤️❤️ Und deshalb bin ich weiterhin sehr glücklich und ich freue mich darauf, nun an dieser Stelle da anzusetzen, wo ich vor einem halben Jahr aufgehört habe!

Falls mich wer sucht: Ich bin genau hier. Dort, wo ich in diesem Moment am liebsten sein möchte ❤️

Mal ein ganz anderes Weihnachtsgeschenk?!

Wer zählt schon fleißig die Tage?

Ich musste gerade ehrlich gesagt sogar erstmal nachschauen, welchen Wochentag wir haben. Hach ja, Ferien, so lässt es sich doch leben 🙂 Also, wenn ich mich nicht verzählt habe sollten es 32 Tage sein. Ich stelle mir gerade vor, wie ihr jetzt alle zum Kalender läuft und panisch nachguckt, was denn da ist. Schon witzig :D. Aber ich kann euch beruhigen, es ist kein super-dramatisch-oberwichtiger Tag. Es ist der 1. Dezember.

Dezember? Ja ganz genau! Wie schnell das Jahr vergangen  ist, findet ihr nicht auch? Und was steht am Ende des Jahres an? Nein, ich meine nicht Sylvester. Natürlich steht das auch an, wäre ja auch komisch, wenn man aufwacht und es 2017 ist und man nicht mal ein Feuerwerk gesehen hat. Aber eigentlich wollte ich auf ein anderes Fest hinaus: Weihnachten (kennt ihr das, wenn ihr nicht wisst wo das „h“ bei Weihnachten hinkommt und ihr alle möglichen Varianten ausprobiert und einfach das nimmt was am besten aussieht, ich habe da glaube ich jedes mal :D).

Es ist wieder Zeit einen Geschenke- Post zu schreiben! Jiiiippii!

Ich persönlich liebe es Geschenke zu verschenken (Nein, das ist nicht doppelt gemoppelt….ja okay doch, mir ist nur nichts besseres eingefallen). Es ist der Moment wenn dein Gegenüber ein wunderschönes Lächeln aufsetzt, da eigentlich jeder liebt Geschenke zu bekommen, das Geschenk annimmt es auspackt und…. das wunderschöne Lächeln in ein eher gequältes Lächeln übergeht. Ja, ihr habt richtig gelesen: gequält.

Oh man, ich bin leider ein Mensch, der mit unglaublich viel Liebe immer total gut überdacht die Sache angeht und am Ende wird es dann doch etwas, über das sich niemand freut. Wow, ich habe es echt nicht drauf. Ich denke mir immer so viel dabei und bemerke nicht, dass dieses Geschenk niemand wirklich braucht. Sad life 🙂

So langsam muss auch mal eine Überleitung kommen und Achtung, hier ist sie: Ich dachte mir dieses Jahr, dass ich diesen Fluch beenden muss, zumindest bei einer Person. Daher habe ich mir vorgenommen einen Adventskalender zu machen. Ich meine bei 24 kleinen Geschenken muss ja wohl eine Sache dabei sein, über die man sich wirklich freut, oder? Sehr clever von mir :D!

So weit, so gut! Mein Freund hat sogar im Dezember Geburtstag. Zwei Fliegen mit einem Streich (oder so). Also hier meine Ideen für einen ganz persönlichen Adventskalender, ich meine es ist ja noch genug Zeit, um kreativ zu werden. 32 Tage genau;)

  1. Socken: Das klingt zwar ein wenig blöd, ist aber nicht (naja, was weiß ich schon davon). Mein Freund hat gefühlt nur Socken mit Löchern und ich ziehe ihn immer damit auf. Es ist schon zu einem Insider geworden. Ich habe auch nicht total normale besorgt, sondern einfach welche, über die man schmunzeln muss und sie so gerne anzieht. Zum Beispiel: Hänchen-Schenkel mit kleinen Beinen, die weglaufen (bei h&m in der Männerabteilung, 3für2)
  2. Eine Uhr: Da er keine Uhr im Zimmer hat und wir beide Menschen sind, die schnell die Zeit vergessen. Es ist von außen eine Konservendose, wo in feuriger Schrift „100°C Love“ drauf steht, recht unspektakulär. Macht man die Dose jedoch auf ist es eine Uhr. Ein Geschenk mit Überraschungseffekt!
  3. Taschenwärmer: Wenn man auf den Zug zur Schule warten muss, ist er sicher hilfreich.
  4. Ein Radiergummi: Ich will nur anmerken, dass es eine Feuerlöscher-Form hat und er in der Feuerwehr ist 🙂
  5. Ein T-Shirt: Kann man doch nie genug von haben.
  6. Ein kleinen Frosch als Kuscheltier/Schlüsselanhänger: Er ist unglaublicher Frosch-Liebhaber.
  7. Brief: Wie sehr ich ihn liebe.. Kitsch muss auch sein;)
  8. Selbstgebackene Kekse
  9. Boxershorts (habe gerade nachgeguckt, es gibt kein Singular ;D): In der absoluten Lieblingsfarbe. War nicht leicht so einen grellen Ton zu finden!
  10. Ein Bild von uns beiden
  11. selbstgemachten Kalender
  12. Geschichte: Ich habe die Geschichte, wie wir uns kennengelernt haben, als eine Lovestory geschrieben und die ersten Seiten werden verpackt.
  13. Duschgel
  14. kleines Kissen
  15. Gutscheine: Hier kann man der Fantasie wirklich ihren freien Lauf lassen: Vom Candle-Light-Dinner, zu einem „Zocker-Tag“ oder einfach einen Überraschungsgutschein, wo er gar nicht weiß, was ihn erwartet und man ihn am Abend schön verwöhnt mit einer Massage im Kerzenlicht. Lasst euch was einfallen!

Der Rest wird mit Süßigkeiten, etc. gefüllt. Ihr könnt euch gar nicht vorstellen, wie viel dieser Mensch isst. Es ist so unglaublich, dabei ist er nicht mal ansatzweise dick! Auf jeden Fall wird es so etwas geben wie: Schokolade, einen individuellen Süßigkeitenmix, Salamistangen, etc.

Ich habe ja auch noch 32 Tage Zeit.

Insgesamt wird der Kalender nicht teuer, schließlich bin ich noch Schülerin. Und ich habe alles sehr günstig bekommen und habe es auch nur als Angebot besorgt. Ich habe schon sehr viel und bin bei 13 Euro, es wird einen nicht umbringen! Und ich denke es ist eine super Alternative zum üblichen Weihnachtsgeschenk!

In diesem Sinne: Viel Spaß beim kreativ werden:)!

Von der heimischen Blindheit

„In der Fremde hast du 100 Augen, zuhause bist du blind.“

Das stimmt. Schon das ein oder andere Mal habe ich meinen Freund oder mich dabei ertappt, wie uns in einem anderen Land etwas aufgefallen ist und ich mir im Gegenzug nicht im Klaren darüber war, wie es eigentlich zuhause ist.

Einige Beispiele:

Paris:
„Hier sind die Leute früh morgens schon am Joggen!“
– Das ist in Hamburg auch so.
„Ach, echt?“

Irland/Barcelona:
„Das ist so geil, Mittwoch/Sonntag Abend  und die Leute sitzen noch in einer Bar bis in den späten Abend. So etwas gibt es bei uns nicht.“
– Doch, das gibt es bei uns auch.
„Nee. Bei uns sitzen die Leute immer auf der Couch.“
– Du brauchst nur einmal in die Schanze zu gehen.
„Das ist anders.“
Ach so.

Stockholm:
„Das Softbroed ist so lecker! Bei uns kann man das Toast ja auch kaufen. Ist aber viel teurer.“ Ist das eigentlich so?

„Was fahren die Leute eigentlich bei uns so für Autos?“

Ihr merkt schon, wenn mein Freund und ich unterwegs sind, werden wir zu Klugscheißern, fachsimpeln über das, was da und dort besonders cool oder nicht schön ist und wissen selbst oft gar nicht, ob dies und jenes bei uns nicht vielleicht genauso läuft.

Seitdem ich dieses Zitat gelesen habe, versuche ich jedoch auch im Alltag mit offeneren Augen umher zu laufen. Und warum soll ich euch nur von den Orten erzählen, an die ich gereist bin? Die Orte, an denen ich lebe, warten ebenfalls mit so einigen Geschichten.
Dass Hamburg nicht gerade mein Lieblingsort ist, habe ich in einem anderen Beitrag schon einmal erwähnt. Zu dieser Hansestadt, die die Herzen vieler, vieler Menschen höher schlagen lässt, kann ich auch gar nicht so viel erzählen. Obwohl ich seit nun drei Jahren jeden Tag in diese Stadt reinfahre. Und doch kenne ich sie so wenig, weil man als Pendler im Grunde nur von zuhause bis zum Arbeitsplatz fährt. Natürlich gehe ich auch mal abends Burger essen, in die Schanze, um etwas zu trinken oder Live-Musik zu hören, am Wochenende auf den Kiez und an Samstagen in die Mönckebergstraße zum Shoppen. Allerdings weiß ich nicht, wo es das leckerste Franzbrötchen gibt, was Samstag-/Sonntagmorgen auf dem Fischmarkt abgeht oder wie der Blick vom Michel aus ist. Welches ist die beste Cocktailbar und wo kann man sonntags gut brunchen? Was ist der schönste Ort für einen sonnigen Sonntagnachmittag? Ich weiß es nicht. Ich verbringe momentan den Großteil meines Lebens in Hamburg. Aber kennen tue ich die Stadt nicht. Ich weiß sie sehr zu schätzen, sie ist offen für alle erdenkliche Möglichkeiten. Aber mögen tue ich diese Stadt bis zum jetzigen Zeitpunkt auch nicht. So werde ich mit einem ausführlichen Hamburg-Beitrag noch warten und mir vornehmen – wie ich es im Grunde schon seit 1,5 Jahren vor habe – diese Stadt näher kennen zu lernen.

Bis dahin werde ich euch meine Heimat zeigen, Orte, die mein Herz jedes Mal höher schlagen lassen. Nur rund 50 km weg von Hamburg und doch eine andere Welt. Und mal sehen, was mir noch so alles in meiner Heimat auffällt, wenn ich  die Augen nur einmal ein Stücken weiter öffne.

 

 

 

10 Good to know Facts Stockholm

10 Dinge, die ich in Stockholm gelernt habe:

1. Nicht jeder Feiertag ist ein Grund zum Feiern

Erst vor Ort haben mein Freund und ich erfahren, dass der 06. Juni ein Feiertag ist, und das, obwohl ich extra zuvor kurz nach „Feiertagen in Schweden“ gegooglet hatte. Hätte uns unsere Gastgeberin nicht darauf aufmerksam gemacht, hätten wir es vielleicht selbst vor Ort nicht gemerkt. Alle Geschäfte hatten am 06. Juni geöffnet, wir wurden vom Lärm der Baustelle geweckt und auch sonst schien alles ganz gewöhnlich. Lediglich im Skansen, ein Freilichtmuseum, wurde das jährliche Konzert zu Ehren des „Tages der Schwedischen Flagge“ gegeben. Wir waren natürlich da, schließlich lässt sich die Königen jedes Jahr dort blicken. Wir versuchten einen Blick auf die Königin zu erhaschen. Leider Vergebens.

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Lediglich im Skansen wurde der Nationaltag gefeiert.

2. Wie es sich anfühlt, wenn es nicht richtig dunkel wird

Die Sonne geht auch in Stockholm unter. Richtig dunkel wird es dennoch nicht. Und da ich in der Regel aufwache, sobald es hell wird, bin ich in der ersten Nacht schon um 3 Uhr morgens wach gewesen.

3. Wie gut schwedisches Toast schmeckt

Soooo lecker! Wir haben so viele Toasts gefrühstückt, dass das Nutellaglas nach nur drei Frühstücken leer war. Klaaar, ich könnte auch in Deutschland die leckeren Toasts kaufen. Hier schmecken sich aber nicht so gut 😉

4. Kleine Hunde sind sehr beliebt

Es war schon ziemlich auffällig. In der Regel waren die Hundebesitzer Herrchen oder Frauchen von sehr kleinen Hunden wie Chihuahuas, Bichons (oder wie heißen diese kleinen Puschelhunde?), oder Malteser, hier und da auch Yorkshire Terrier. Ich persönlich liebe diese kleinen, quirrligen Rassen, die einen um die Füße wuseln, aber was ist mit den gr0ßen, sanften und den nicht ganz so großen, rebellischen Hunden? Treffen diese einfach nicht so sehr den Geschmack der Stockholmer?

5. Inselhopping zu Fuß

Stockholm wird häufig als das „Venedig des Nordens“ bezeichnet. Letztendlich haben diese beiden Städte aus meiner Sicht jedoch nur eine Gemeinsamheit: Beide Städte sind auf Inseln entstanden. Genau das macht den Charm dieser Stadt aus: Egal, wo du dich aufhälst, das Wasser ist immer in der Nähe. Jede Insel hat ihren eigenen Charakter. Genau, wie man in Hamburg bloß ein bis zwei S-Bahn-Stationen weiterzufahren braucht, um eine neue Atmosphäre zu spüren, braucht man in Stockholm lediglich über eine Brücke zu gehen. Schon sind alle Souvenir-Shops weg. Schon sind alle Autos weg. Schon sind da nur noch Bäume, Büsche und Boote.

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Wenn man von Södermalm aus nach links schaut…

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…Und wenn man von Södermalm aus nach rechts schaut…

6. Wie sich eine Großstadt auch anfühlen kann

Als ich in Stockholm war, hatte ich nicht annähernd das Gefühl, in einer Großstadt zu sein, geschweige denn in einer Hauptstadt. Von der Fläche her ist Stockholm die fünftgrößte Stadt Europas, sie hat dabei jedoch nicht einmal eine Million Einwohner. Und das merkt man. Teilweise habe ich mich wie in einem Kurort gefühlt – was ich mir bei einer Großstadt zuvor nie hatte vorstellen können. So hat Stockholm schon Gegenden, in denen es voll und laut ist. Allerdings braucht man nicht weit zu gehen, die Entspannung ist nur eine Brücke weit entfernt – und schon ist man ganz alleine! Ganz allein in einer Hauptstadt! Stockholm ist wirklich Entspannung pur.

Oder bekommt ihr bei diesen Bildern einen anderen Eindruck?

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Langholmen

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Tantolunden auf Södermalm

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Gröna Lund auf Djurgaden

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Östermalm

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7. Was es heißt, in einem familienfreundlichen Land zu leben

Natürlich kann ich als außenstehende Touristin nur erahnen, wie angenehm das Sozialsystem in Schweden in Wahrheit ist. Die vielen schwangeren Frauen und Frauen, die entspannt Kinderwägen vor sich her schieben, deuten aber darauf hin, dass das, was ich bisher gehört habe von Schweden, wirklich super ist. Allein schon, dass der Flughafentransfer für einheimische Kinder kostenlos ist, damit sie ihren Papi vom Flughafen abholen können – so wird das jedenfalls kommuniziert. Ist doch super!

8. Stockholm ist gar nicht so viel teurer als Hamburg

In anderen Städten haben wir extra unser Geld zusammen gehalten, damit für Stockholm noch etwas übrig bleibt. Denn Stockholm, so dachten wir, wird richtig teuer werden.
Das hat sich als Irrtum erwiesen. Glücklicherweise durften wir die Küche unserer Gastgeberin mit benutzen, sodass wir nicht essen gehen mussten. Denn Restaurants sind in der Tat relativ teuer. Ein Mittagsmenü kostet so 10-13 Euro in einem Restaurant, ein Abendessen ab 20 Euro. Das haben wir uns auf diese Weise gespart. Die Supermarktpreise sind ähnlich wie in Deutschland, abgesehen vom Wasser. Das Wasser wird nämlich in der Regel aus der Leitung getrunken, in Flaschen wird es selten gekauft.

9. Dass die Senioren in einem Schloss wohnen

Na ja, diese Aussage ist natürlich falsch. Das Seniorenheim am äußeren Ende von Södermalm ist aber wirklich sehr prunkvoll. Und es gab angeblich mal eine Flotte, die bei diesem Gebäude aus dem 16. Jahrhundert salutiert hat, weil sie das damalige Irrenhaus für das Schloss hielt.

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Das Seniorenheim am äußeren Ende von Södermalm

10. Französische und Dänische Hot-Dogs sind gleichermaßen beliebt

Zumindest werden an den kleinen Street-Food-Ständen meistens beide Varianten angeboten. Das hat mich persönlich überrascht, sind die dänischen Hot-Dogs doch der heimliche Grund vieler Leute, warum sie überhaupt nach Dänemark reisen 😉

By the way: Was ist der Unterschied zwischen Französischen und Dänischen Hot-Dogs?
Der sogenannte French Dog besteht aus einem Brötchen mit Loch, das Frankfurter  Würstchen wird also richtig ummantelt von dem Brötchen. Dazu Senf und Edamer Käse.
Der Dänische Hot Dog besteht aus einem eingeschnitten Brötchen, Røde Pølser, also das leuchtend rot eingefärbte Würstchen, wird reingelegt, dazu Ketchup und Röstzwiebeln sowie saure Gurken.

Kunsterwerk Barcelona: Mein neues Paris?

Wisst ihr noch, wie ich vor nicht allzu langer Zeit völlig euphorisch nach Paris reiste und ziemlich ernüchtert wieder zurück kam? Zum Glück sollte dies nicht meine letzte Reise in diesem Jahr sein. Einen Monat später stieg ich erneut ins Flugzeug, mein Blick hoffnungsvoll auf Barcelona gerichtet.

Und nun sitze ich hier und starre schon seit einer halben Stunde den Bildschirm an. Schreibe eine Zeile. Lösche sie wieder. Beginne einen Satz, starre ihn gedankenverloren an, lösche ihn wieder. Bekomme feuchte Hände. Und stelle fest: Ich bin verliebt.

Ich weiß nicht, wo ich anfangen soll.
Bei dem Moment, als ich Barcelona zum ersten Mal berührte?  Mein Freund und ich wohnten in einem Minizimmer im Herzen der Stadt, genau zwischen dem Plaça de España und dem Plaça de Catalunya. Genau dort stieg ich aus. Es wirkte, als sei es gar nicht so besonders. Eine Hauptstraße durch eine große Stadt. Doch diese Straße ist eben nicht einfach nur eine große Straße. Mit all den Leuten, die auf den Inseln zwischen den Einbahnstraßen längs gehen. Mit den Palmbäumen, die es bei uns überhaupt nicht gibt.
Oder soll ich ab dem Punkt erzählen, wo wir aus der Wohnung gingen und versuchten zum kleinen Restaurant Taller de Tapas zu eilen? Wir versuchten zu eilen, doch kamen wir von einem schönen Platz zum nächsten, wo sich Menschen tummelten. Nicht etwa, um geschäftlich von A nach B zu hetzen, sondern um zu verweilen, Skateboard zu fahren, zu quatschen, die Sonne zu genießen.

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Der Plaça de Catalunya

Oder bei den Tapes? In Katalonien sagt man nicht Tapas, sondern Tapes. Wir waren zwei mal Tapes essen. Und oh Gott, diese gerillten Auberginen sind ja SO GUT! Noch nie zuvor habe ich so leckere Auberginenchips gegessen.

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So köstliche Auberginenchips habe ich noch nie zuvor gegessen *_______*

Oh, oh, oh, oder der Plaça de España ! Las Arenas ist zwar nur ein Einkaufszentrum und wurde erst 2011 eröffnet. Aber wenn es SO stilvoll aussieht, ist es mir ganz egal! Es ist doch wirklich schön. Und wenn man auf einem Sonntagabend um 20 Uhr das Einkaufszentrum betritt, bekommt man unten bei den offenen Bistros und Restaurants die spanische Geselligkeit zu spüren. Diese Stadt schläft sowieso nicht. Bis in die Nacht haben im Innenhof der Wohnanlage, wo wir wohnten, Menschen eine Choreographie einstudiert, Menschen auf dem einen Dach im Whirlpool eines Hotels gebadet und auf dem anderen Dach ausgelassen gesungen.
Aber zurück zum Spanischen Platz. Wenn man aus dem Einkaufszentrum raus geht und die Straße überquert, so geht man durch zwei Türme über einen langen Weg. Links und rechts befinden sich viele kleine Springbrunnen. Man geht auf einen kleinen Hügel zu, auf dem der Nationalpalast steht. Vor dem Nationalpalast befindet sich ein großer Springbrunnen. Und oooh ja, er ist wahrlich magisch! Die Wasserspiele sind ja so romantisch! Vorausgesetzt, man hat einen guten Platz oder kann die Touri-Versammlung ausblenden. Ansonsten reicht es, an einem anderen Tag wieder zu kommen, dann leuchtet der Brunnen zwar nicht bunt, er bringt den Platz dennoch zum Strahlen. Geht man die Treppen hinauf zum Nationalpalast, so hat man einen herrlichen Blick auf den Horizont Barcelonas. Egal, von wo aus man in Barcelona zum Horizont schaut, man sieht immer Hügel mit Schlösschen. Herrlich.

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Magisch ist auch die Sagrada Familia. Macht euch auf jeden Fall die Mühe, im Voraus online einen Audioguide zu buchen. Von außen und von innen ist die Basilika einfach nur schön, so wunderschön.

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Und ihr solltet auch die Straße Passeig de Gràcia längs gehen. Casa Mila fand ich persönlich nun ziemlich langweilig, aber die ganze Straße ist archtitektonisch superschön. Ständig taucht ein schönes Haus oder ein Haus mit einem schönen Turm auf.

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Natürlich sollte bei einem Besuch auch der Parc Güell nicht fehlen. Gaudi war wirklich ein sehr beeindruckender Künstler, ja genau, ein Künstler.

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Und ja, der Hafen! Und der Markt! Hach, Barcelona ist einfach nur schön.

Ich entschuldige mich für die überaus kitschige Schwärmerei. Aber ich bin verliebt. Vielleicht werde ich bei meinem nächsten Barcelona-Besuch meine rosarote Brille absetzen und die Stadt etwas kritscher beäugen. Irgendwann werde ich bestimmt zurückkommen.